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Adelbert von Heidenheim - Relatio

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Hoc quoque scriptum in veritate comperimus, quod quidam prepotens tirannus iuxta cellam Heidinhemensem in predio suo habitationem habuerat, qui propter infirmitatem filie sue, quam unicam dilexit, intolerabili merore et dolore laboravit. Cuius anxietatem et tristitiam cum sancta Walpurgis virgo conperisset, signo crucis et sanctarum orationum virtute munita ad hospitium predicti tiranni nichil metuens et in misericordia dei certam fiduciam habens vespertino tempore, tanquam peregrina esset, pervenit et ad ostia domus pulsando hospitalitatis gratiam et ingressum domus sibi prestari postulavit. Quam pater familias cum pulsantem et deprecantem audisset, veritus, ne canum rapacitas, quorum magna multitudo apud ipsum erat, eam discerperet, ‹...› ut a canum morsibus defensam pacifice eam introducerent. Cui sancta Walpurgis "non verearis," inquid "quod me Walpurgam ancillam Christi canes tui possunt ledere, quia - sub custodia Christi constituta - nulla adversitas nullum periculum michi poterit prevalere." Tunc pater familias audito nomine Walpurge de sede sua prosiluit et miratus tam nobilis et tam sancte virginis adventum studiosissime totam domum emundavit et omnibus, que oculos sanctitatis eius offendere possent, detersis benignissime eam in domum suam recepit et omne humanitatis et devotionis obsequium ei exhibuit. Videns itaque sancta Walpurga patrem et matrem et omnem familiam circa premortuam et tam agonizantem puellam et iam in supremo vite articulo constitutam esse turbatos, intrinsecus pia compassione atracta petiit, ut intra cubiculum moribunde puelle lectus sibi sterneretur, ut omnibus exclusis nocturna quiete sola cum sola puella frueretur. Cuius petitionem omnes admirantes - eo, quod puella esset desperata et omnia, que ad exequias erant necessaria, fuissent preparata. Tamen de sancte Walpurge sanctitate presumentes omnes foras exierunt et secundum postulationem eius solam cum sola nocte illa reliquerunt.

Auch das haben wir wahrhaftig niedergeschrieben gefunden, dass ein gewisser mächtiger Adliger nahe der Heidenheimer Abtei auf seinem Grundstück wohnte, der wegen der Krankheit seiner Tochter, die er {sozusagen} als einzige liebte, unerträgliche Trauer und Schmerzen litt. Als die heilige Jungfrau Walpurga dessen Angst und Traurigkeit erfahren hatte, ging sie gerüstet mit dem Zeichen des Kreuzes und der Kraft heiliger Gebete zum Haus des vorgenannten Adligen, nichts fürchtend und auf die Barmherzigkeit Gottes vertrauend, zur Abendzeit, als wäre sie eine Fremde. Und indem sie an die Tür klopfte, bat sie um die Gnade der Gastfreundschaft und Einlass ins Haus. Als der Familienvater sie klopfen und bitten hörte, fürchtete er, dass die Wildheit der Hunde, von denen eine große Menge bei ihm war, sie zerfleischen würde. Und er befahl seinen Dienern, dass sie sie von den Hundebissen geschützt friedlich ins Haus führen sollten. Daraufhin sagte ihm die heilige Walpurga: "Fürchte nicht, dass mich Walpurga, Dienerin Gottes, deine Hunde verletzen können, denn mir, {die ich} unter dem Schutz Christi gestellt {bin}, kann keine Feindseligkeit, keine Gefahr etwas anhaben." Da sprang der Familienvater, nachdem er Walpurgas Namen gehört hatte, von seinem Stuhl auf und wunderte sich über die Ankunft einer so edlen und so heiligen Jungfrau. Eifrigst säuberte er das ganze Haus und nachdem alles, was die Augen ihrer Heiligkeit stören könnte, beseitigt wurde, nahm er sie bereitwilligst in sein Haus auf und erwies ihr jeden Dienst der Unterwürfigkeit und des Gehorsams. Als die heilige Walpurga also sah, dass der Vater und die Mutter und die ganze Hausgemeinschaft um das dem Ende nahen, sich im Todeskampf befindliche und schon in den letzten Zügen liegende Mädchen innerlich heftig aufgewühlt waren, bat sie von frommem Mitleid erfüllt , dass ihr im Zimmer des todgeweihten Mädchens ein Bett bereitet würde, sodass sie, abgesondert von allen {anderen}, die Nachtruhe alleine nur mit dem Mädchen verbringen könne. Alle wunderten sich über ihre Bitte, weil das Mädchen schon aufgegeben und alles zur Beerdigung Notwendige bereits vorbereitet war, vertrauten aber auf die Heiligkeit der heiligen Walpurga, gingen alle vor die Tür und ließen sie nach ihrer Bitte alleine mit dem Mädchen in jener Nacht zurück.

lacunam indicavit Schwaderer

constituta codex (fol. 41vDigitalisat) || constitutae Gretser (S. 330Digitalisat) Kommentar

domum correxit codex (fol. 41vDigitalisat) ex domini

tam codex (fol. 42rDigitalisat) || iam Gretser (S. 331Digitalisat)

At virgo Christi ostiis clausis totam illam noctem insomnem ducebat et genibus flexis lacrimis et orationibus sponsum suum largitorem omnium bonorum suppliciter exorabat, ut in virtute potentie sue et in multitudine misericordie sue puellam pristine sanitati restitueret et non solum parentes puelle sed et omnes Sualaveldenses utpote in fide katholica adhuc rudes hoc signo ad agnitionem et amorem sui nominis incitaret. Cuius precibus miserator et misericors dominus aures sue pietatis benignissime accomodavit et ex integro desperatam puellam incolomitati restituit. Cum hec virtus altissimi sancta Walpurga orante intra cubiculum ostenderetur, pater et mater puelle cum universa familia domus circa fodiendum sepulchrum et circa paraturas, que defunctis exhiberi solent, hac et illac discurrentes lamentabili dolore cruciabantur. Cum interim beata virgo Christi Walpurgis reseratis ostiis parentes puelle vocavit et puellam adeo sanatam, ut nullum signum egritudinis haberet, cum magno gaudio et exultatione cordis eis representavit. Parentes vero puelle virtutem dei et sanctitatem sancte Walpurgis in repentina sanitate filie sue cognoscentes cum magno tripudio cordis gratiarum actiones deo retulerunt et pedibus sancte virginis provoluti ingentia ei dona obtulerunt, que illa tamquam lutum pro nichilo ducens, exortata est eos, ut deo fideliter adhererent et nichil seculare dilectioni dei preponerent. Post hec valefaciens eis occulte ad Heidinheim rediit et post operationem huius signi in spiritu humilitatis maiori afflictione corpus suum maceravit.

Aber die Jungfrau Christi verbrachte, nachdem die Türen geschlossen waren, diese ganze Nacht schlaflos. Und auf gebeugten Knien mit Tränen und Gebeten bat sie ihren Bräutigam, den Schenker alles Guten, unterwürfig, dass er mit der Stärke seiner Kraft und der Menge seiner Barmherzigkeit jenem Mädchen die vorherige Gesundheit wiedergeben solle und nicht nur die Eltern des Mädchens, sondern auch alle Sualafeld-Einwohner, die bislang im christlichen Glauben noch roh {waren}, mit diesem Zeichen zur Anerkennung und Liebe seines Namens bringen solle. Ihren Bitten öffnete der Erbarmer und barmherzige Herr gnädigst die Ohren seiner Güte und gab dem hoffnungslosen Mädchen völlig die Gesundheit zurück. Während sich so die Kraft des Höchsten auf Bitten der heiligen Walpurga in dieser Kammer zeigte, wurden Vater und Mutter des Mädchens zusammen mit der ganzen Hausgemeinschaft, die wegen der Aushebung des Grabs und den Dingen, die man Toten zu erweisen pflegt, hier und dorthin rannten, von traurigem Schmerz gepeinigt. Als inzwischen die selige Jungfrau Christi Walpurga die Türen öffnete und die Eltern des Mädchens rief, zeigte sie ihnen mit großer Freude und Ausgelassenheit des Herzens das Mädchen so sehr gesund, dass es kein Zeichen von Krankheit mehr hatte. Die Eltern des Mädchens aber erkannten in der plötzlichen Heilung ihrer Tochter die Kraft Gottes und die Heiligkeit der heiligen Walpurga und dankten mit großer Freude des Herzens Gott, fielen vor den Füßen der heiligen Jungfrau nieder und versprachen ihr riesige Geschenke. Sie aber achtete diese Dinge wie Schmutz für nichts und ermahnte sie, dass sie Gott treu anhängen sollten und nichts Weltliches der Liebe zu Gott vorziehen sollten. Danach sagte sie ihnen Lebewohl, kehrte heimlich nach Heidenheim zurück und kasteite nach der Ins-Werk-Setzung dieses Zeichens im Geist der Demut ihren eigenen Körper mit noch größerer Heftigkeit.

utpote codex (fol. 42vDigitalisat) || omisit Gretser (S. 331Digitalisat)

incolomitati codex (fol. 42vDigitalisat) || incolumitati Gretser (S. 331Digitalisat) Kommentar

sue codex (fol. 42vDigitalisat) || omisit Gretser (S. 331Digitalisat)

maiori codex (fol. 43rDigitalisat) || majore Gretser (S. 331Digitalisat)

Preterea quomodo pater eius Richardus rex Anglorum et fratres eius sanctus scilicet Willibaldus et Wunebaldus regnum et patriam pro deo reliquerunt, quosve labores pro divina reconpenssatione in huius vite peregrinatione sustinuerunt, quomodo in vinea dei domino cooperante et incrementum prestante fructificaverunt, luculentissime conscripsit. De cuius scriptis ego peccator et predicte Heidinheimensis celle abiectus subminister quasi de lato et ameno prato quosdam paucos flores decerpsi et, tamquam epilogum faciens, quam magni confessores isti in conspectu dei habeantur et quod a prima fundatione monasticus ordo in predicta cella fuerit institutus, auctoritate sancte Walpurge ‹...›.

Im Übrigen beschrieb sie in klarster Weise, wie ihr Vater Richard, König der Angeln, und ihre Brüder, nämlich der heilige Willibald und Wunebald, Königreich und Heimat für Gott verließen, welche Mühe sie um des göttlichen Lohnes willen in der Fremde dieses Lebens auf sich nahmen und wie sie im Weinberg Gottes Früchte brachten, während der Herr ihnen half und Wachstum schenkte. Aus ihren Schriften habe ich, ein Sünder und verächtliches Helferlein der vorgenannten Heidenheimer Abtei, wie von einer großen und lieblichen Wiese einige wenige Blumen gepflückt und, indem ich sozusagen einen Epilog machte, mit der Autorität der heiligen Walpurga beschrieben, wie viel jene Bekenner im Angesicht Gottes gelten und dass von der ersten Gründung an der Mönchsstand dort eingeführt worden war.

quosve correxit codex (fol. 43rDigitalisat) ex quos ne

prestante Gretser (S. 332Digitalisat) || prestantem codex (fol. 43rDigitalisat)

- de lato et codex (fol. 43rDigitalisat) || delato ad me Gretser (S. 332Digitalisat)

lacunam indicavit Schwaderer

Defuncta autem sancta Walpurga et iuxta sanctum Wunebaldum sepulta, fratre quoque eius sancto Willibaldo episcopo mortuo, qua auctoritate vel qua necessitate monasticus ordo exclusus fuerit et canonicorum secularium ordo in eandem cellam subintroierit, certum non habemus, presertim cum nec privilegia nec viva testimonia propter antiquitatem temporum inde inveniamus . Tempore enim Gregorii pappe, qui tertius apostolice sedi presidebat, et Pipini Alamannorum regis et sancti Bonifatii martiris fundata fuit prenominata cella et a prima fundatione a monachis inhabitata, sed post mortem sanctorum Willibaldi et Wunebaldi et Walburgis a secularibus canonicis possessa et omnibus antiquitatis privilegiis abolitis mira dispensatione dei pastoralis virga sancti Wunebaldi argento circumtecta in testimonium prime institutionis in sinu altaris usque in hodiernum diem est reservata. Solent enim homines infirmi circumiacentis regionis ad tumbam predicti confessoris venire et, dum ex hac virga loca infirmitatis tanguntur, per merita Christi confessoris et in virtute eius, qui mirabilis in sanctis suis est, plurimi eorum sanantur. Sed et regula sancti Benedicti a Cassino monte deportata et alii libri ecclesiastice edificationi necesarii, quos pius confessor in asino suo ad Hedinheimensen cellam advexerat, licet propter vetustatem inutiles, tamen propter reverentiam predicti patris usque adhuc apud nos habentur.

Als aber die heilige Walpurga gestorben und neben ihrem Bruder Wunebald begraben war, als auch ihr Bruder Bischof Willibald tot war, mit wessen Autorität und aufgrund welcher Notwendigkeit {dann} der Mönchsstand ausgeschlossen wurde und der Weltklerikerstand in diese selbe Abtei kam, wissen wir nicht - vor allem, weil wir wegen der vielen vergangenen Zeit weder Urkunden noch lebende Zeugen dazu finden . In der Zeit Papst Gregors nämlich, der als dritter {dieses Namens} dem apostolischen Stuhl vorstand, und Pippins, des Königs der Alamannen, und des Märtyrers Bonifatius wurde die erwähnte Abtei gegründet und von der ersten Gründung an von Mönchen bewohnt. Nach dem Tod der Heiligen Willibald und Wunebald und der Walpurga war der Ort im Besitz von Säkularkanonikern. Und obwohl alle Urkunden aus alter Zeit verloren sind, wird durch wundersame Fügung Gottes der mit Silber umgebene Abtsstab des heiligen Wunebald als Zeugnis der ersten Gründung im Innern des Altars bis zum heutigen Tage aufbewahrt. Kranke Menschen der umliegenden Gegend pflegen nämlich zum Grab des vorgenannten Bekenners zu kommen und, wenn die kranke Stelle mit diesem Stab berührt wird, werden durch die Verdienste des Bekenners Christi und durch die Kraft dessen, der wundersam in seinen Heiligen ist, viele von ihnen geheilt. Aber auch die aus Montecassino hergebrachte Benedikts-Regel und andere Bücher zur kirchlichen Erbauung, die der fromme Bekenner auf seinem Esel zur Heidenheimer Abtei brachte, werden, obwohl sie wegen ihres Alters unbrauchbar sind, trotzdem wegen der Verehrung des vorgenannten Vaters bis heute bei uns aufbewahrt.

sedi Gretser (S. 332Digitalisat) || sedis codex (fol. 43vDigitalisat)

et codex (fol. 43vDigitalisat) || omisit Gretser (S. 332Digitalisat)

antiquitatis correxit codex (fol. 43vDigitalisat) ex antiquitatibus

et addidit codex (fol. 44rDigitalisat) || omisit Gretser (S. 332Digitalisat)

in codex (fol. 44rDigitalisat) || omisit Gretser (S. 332Digitalisat)

Actenus sancte Walpurge auctoritate vel quiddam excerptum de vita fratrum eius et de institutionibus locorum, quibus presidebant, ex scriptis eiusdem collegimus. Nunc quomodo aut per quos monasticus ordo in predicta cella reformatus sit, sicut vidimus et audivimus, veraciter in eo, qui veritas est, referimus.

Bis jetzt haben wir mit der Autorität der heiligen Walpurga sozusagen etwas Exzerpiertes über das Leben ihrer Brüder und über die Einrichtung der Orte, denen sie vorstanden, aus deren [Walpurgas] Schriften gesammelt. Wie und durch welche Menschen der Mönchsstand in der vorgenannten Abtei erneuert wurde, beschreiben wir nun, so wie wir es gesehen und gehört haben, wahrhaftig in dem, der die Wahrheit ist.

vel codex (fol. 44rDigitalisat) || velut Gretser (S. 332Digitalisat)

quiddam codex (fol. 44rDigitalisat) || quoddam Gretser (S. 332Digitalisat) Kommentar

et Gretser (S. 332Digitalisat) || ex codex (fol. 44rDigitalisat)

referimus codex (fol. 44rDigitalisat) || referemus Gretser (S. 333Digitalisat)

Eo tempore, quo Eugenius successor Lucii papatum tenebat et secundus Cunradus Lothario imperatore mortuo in regem succedebat, quidam Gebehardus generis et morum nobilitate preclarus et totius religionis observantia probatus Eistetensem episcopatum regebat. Qui, sicut in omnibus zelum dei habuit, ita defectum Heidinheimensis celle miseratus, quomodo in pristine religionis statum eam reduceret, cum sapientioribus episcopatus sui et cum religiosis sancteque conversationis viris consilium habuit. Qui, cum non invenirent certas rationes, quibus communis vita in singularem proprietatem et secularem voluptatem esset transmutata et quomodo cella monachorum et cimiterium mortuorum facta esset domus laicorum carnalibus desideriis inibi servientium, dolendo vicem sancti Wunebaldi gemebant et zelum episcopi, quem pro domo dei habebat, benedicentes eum per omnia laudabant.

In der Zeit, als Eugen als Nachfolger des Lucius das Papstamt innehatte und Konrad der Zweite nach dem Tod des Kaisers Lothar als König nachfolgte, leitete das Eichstätter Bistum ein gewisser Gebhard, der durch das Edle seiner Herkunft und seines Charakters berühmt und in allem religiösen Gehorsam bewährt war. Wie er in allen Dingen den Eifer Gottes hatte, so bedauerte er auch den Niedergang der Heidenheimer Abtei und hielt eine Beratung mit den Klügeren seines Bistums und mit gottesfürchtigen Männern von heiligem Lebenswandel darüber ab, wie er das {Heidenheimer Kloster} in den Zustand der vorherigen Religionsform zurückführen könne. Weil diese keine guten Gründe fanden, aufgrund derer das gemeinschaftliche Leben in Einzelbesitzverhältnisse und in weltliche Lust verwandelt worden war und auf welche Weise ein Kloster von Mönchen und ein Friedhof der Toten ein Haus von Laien, die dort fleischlichen Gelüsten dienten, geworden war, betrauerten das Los des heiligen Wunebald und lobten und priesen in allem den Eifer des Bischofs, den er für das Haus Gottes hatte.

Gebehardus codex (fol. 44vDigitalisat) || Gebhardus Gretser (S. 333Digitalisat)

religionis correxit codex (fol. 44vDigitalisat) ex regionis

observantia Gretser (S. 333Digitalisat) || observantie codex (fol. 44vDigitalisat)

cimiterium codex (fol. 44vDigitalisat) || coemeterium Gretser (S. 333Digitalisat)

esset codex (fol. 44vDigitalisat) || essent Gretser (S. 333Digitalisat)

Exhilaratus itaque episcopus ex unanimi consensu illorum, quos in consilium suum assumpserat, magis ac magis animatus predicte celle canonicos singillatim convenit et exhortationibus suis et rerum conpensationibus ad hoc inclinavit, ut prebendas suas pro salute animarum suarum et pro veneratione sancti Wunebaldi dimitterent et monastico ordini, qui a prima fundatione ibi institutus erat, locum darent. Omnibus ergo canonicis usque ad unum episcopo consentientibus et prebendam pro deo et pro denominata reconpensatione exfestucantibus contigit, ut Eugenius papa ad Franciam accederet et convocatis universarum provinciarum episcopis et abbatibus in Remensi ecclesia famosissimam synodum celebraret.

Der Bischof freute sich also über den einmütigen Konsens derer, die er zu seinem Rat hinzugezogen hatte, wurde mehr und mehr dazu entschlossen, suchte die Kanoniker der vorgenannten Abtei einzeln auf und brachte sie durch seine Ermahnungen und Güterrekompensationen dazu, dass sie ihre Pfründen für ihr Seelenheil und die Verehrung des heiligen Wunebald aufgaben und dem Mönchsstand, der von frühester Gründung dort eingesetzt worden war, Platz machten. Als so alle Kanoniker bis zum Letzten dem Bischof zustimmten und ihre Pfründe für Gott und die genannte Rekompensation aufgaben, geschah es, dass Papst Eugen nach Frankreich kam, die Bischöfe und Äbte aller Provinzen zusammenrief und in der Kirche von Reims eine äußerst berühmte Synode feierte.

ad Gretser (S. 333Digitalisat) || ab codex (fol. 45rDigitalisat)

exfestucantibus ante correctionem, refutantibus post correctionem

Remensi codex (fol. 45rDigitalisat) || Rhemensi Gretser (S. 333Digitalisat)

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